F45.32 Somatoforme autonome Funktionsstörung: Unteres Verdauungssystem
Diagnoseschlüssel F45.32 aus dem ICD-10-GM 2026, amtliche Fassung des BfArM.
- Endständig, kodierbar
Hinweise der übergeordneten Klassen
Inklusiva, Exklusiva und Hinweise übergeordneter Klassen gelten auch für F45.32.
F45.3 Somatoforme autonome Funktionsstörung
Definition
Die Symptome werden vom Patienten so geschildert, als beruhten sie auf der körperlichen Krankheit eines Systems oder eines Organs, das weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert und kontrolliert wird, so etwa des kardiovaskulären, des gastrointestinalen, des respiratorischen oder des urogenitalen Systems. Es finden sich meist zwei Symptomgruppen, die beide nicht auf eine körperliche Krankheit des betreffenden Organs oder Systems hinweisen. Die erste Gruppe umfasst Beschwerden, die auf objektivierbaren Symptomen der vegetativen Stimulation beruhen wie etwa Herzklopfen, Schwitzen, Erröten, Zittern. Sie sind Ausdruck der Furcht vor und Beeinträchtigung durch eine(r) somatische(n) Störung. Die zweite Gruppe beinhaltet subjektive Beschwerden unspezifischer und wechselnder Natur, wie flüchtige Schmerzen, Brennen, Schwere, Enge und Gefühle, aufgebläht oder auseinander gezogen zu werden, die vom Patienten einem spezifischen Organ oder System zugeordnet werden.
Inklusive
Da-Costa-Syndrom
Herzneurose
Magenneurose
Neurozirkulatorische Asthenie
Psychogene Formen: Aerophagie
Psychogene Formen: Colon irritabile
Psychogene Formen: Diarrhoe
Psychogene Formen: Dyspepsie
Psychogene Formen: Dysurie
Psychogene Formen: erhöhte Miktionshäufigkeit
Psychogene Formen: Flatulenz
Psychogene Formen: Husten
Psychogene Formen: Hyperventilation
Psychogene Formen: Pylorospasmen
Psychogene Formen: Singultus
Exklusive
Psychische und Verhaltenseinflüsse bei anderenorts klassifizierten Störungen oder Krankheiten(F54)
F45 Somatoforme Störungen
Definition
Das Charakteristikum ist die wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar sind. Wenn somatische Störungen vorhanden sind, erklären sie nicht die Art und das Ausmaß der Symptome, das Leiden und die innerliche Beteiligung des Patienten.
Exklusive
Ausreißen der Haare(F98.4-)
Daumenlutschen(F98.88)
Dissoziative Störungen(F44.-)
Lallen(F80.0)
Lispeln(F80.8)
Nägelkauen(F98.88)
Psychologische oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Störungen und Krankheiten(F54)
Sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit(F52.-)
Ticstörungen (im Kindes- und Jugendalter)(F95.-)
Tourette-Syndrom(F95.2)
Trichotillomanie(F63.3)
Hinweis zur Kodierung
Für die Anwendung der Schlüsselnummer F45.41 sind die vorgenannten Kriterien nicht heranzuziehen. Für die Anwendung dieser Kategorie gelten die im Hinweistext der Schlüsselnummer aufgeführten Kriterien.